Rückblick

3. Ketziner Fischerman 30.06.2019

Ketzin war in diesem Jahr erneut Ziel unserer Träume. Angestachelt vom tollen Event in 2018 meldeten wir uns in diesem Jahr erneut für den Ketziner Fischerman an. Erneut standen 600m Schwimmen in der Havel, 20km Rad fahren und 5km laufen auf dem Programm. Die äußeren Umstände erschwerten dieses Event ein wenig, da heute einer der heißesten Tage des Jahres war mit bis zu 38°C. Da der Triathlon doch eher ein Einzel-, statt ein Teamevent ist, folgenden nun die Erlebnisberichte der 3-4 waghalsigen Teilnehmer.

 

Aber bitte lest selbst!

Bericht Thomas:

An diesem heißen Sonntagmorgen machten sich drei Teammitglieder vom grandiosen Team Freilos auf den Weg zu einer sportlichen Herausforderung und wie so oft handelte es sich hierbei nicht um Fußball, denn das wäre ja zu einfach! Marcus, Leo und ich fuhren nach Ketzin, um dort unseren zweiten Volkstriathlon zu absolvieren.

Pünktlich wie die Maurer stand ich am Treffpunkt, um von Marcus und Leo eingesammelt zu werden. Nach langen 20.Minuten kamen die beiden Vorzeigeathleten dann auch endlich und wir machten uns gemeinsam auf den Weg nach Ketzin.

Dort angekommen stellten wir schnell fest, dass hier sehr viele „Möchtegernprofis“am Start sind und wir „Normalos“ extrem in der Unterzahl sind. Aber davon ließen wir uns natürlich nicht beeindrucken, denn wir wussten ja, dass wir ein enormes Leistungsniveau haben! ;-)

Nachdem wir unsere Startunterlagen geholt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Wechselzone und bereiteten uns langsam aber sicher vor. Wir legten schon mal alles ordentlich hin, damit die Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren und vom Radfahren zum Joggen schnell über die Bühne gehen.

Um 9 Uhr gab es die Wettkampfbesprechung und um 9:30 Uhr war es nun soweit. Zuerst starteten die starken Schwimmer und wir folgten zwei Minuten später. Kurz vor dem Start ging mir ehrlich gesagt schon ganz schön der Stift, da Wasser und ich einfach so gar nicht zusammenpassen. Der Startschuss ertönte und wir machten uns gemeinsam mit gemütlichem Brustschwimmen an die 600m! Schnell zeigte sich allerdings, dass Leo heute einen guten Tag hatte und sich rasch von Marcus und mir absetzte. Vielleicht lag es daran, dass er sich die Fußnägel aerodynamisch geschnitten hatte, wer weiß das schon.

Ich persönlich hatte ordentlich zu kämpfen und war teilweise verzweifelt, da ich gefühlt gar nicht vorwärtskam. Auf dem Rückweg der Schwimmstrecke bemerkte ich dann, dass so gut wie keiner mehr hinter mir ist. Zumindest Marcus war noch in der Nähe und wir schwammen gemeinsam bis zum Ende. Gentlemanlike ließ ich ihn dann bei der Zeitmessung vor und war erstaunt, wie langsam ich doch war. 19:08 Minuten betrug die Schwimmzeit und das war 37 Sekunden langsamer als letztes Jahr.

Nun kam die Disziplin, die ich am besten konnte das Umziehen! Hier brauchte ich „nur“ 2:17 Minuten und habe somit die Zeit von Paul aus dem letzten Jahr pulverisiert, denn er brauchte 2:27 Minuten. Meine Zeit im letzten Jahr lag bei 2:56 Minuten.

Jetzt ging es also auf die 20 km Radstrecke. Ich merkte sofort, dass hier nicht viel geht, denn das Schwimmen hing mir noch so in den Beinen, sodass Marcus ziemlich schnell an mir vorbeizog und ich von nun an die dritte Position vom Team Freilos innehatte. Leo war auch schon meilenweit entfernt, bis sein Rad den Geist aufgab. Ein Reifenplatzer stoppte ihn und er tat mir echt Leid, als ich dann an ihm vorbeifuhr. Er hätte eine Mega-Zeit hingelegt, denn seine Spezialdisziplin wäre ja noch gekommen.

Ich fuhr also weiter und nach und nach fand ich dann meinen Rhythmus und hatte am Ende, trotz der Temperaturen und des krassen Gegenwindes eine bessere Zeit als letztes Jahr beim Radfahren. Dieses Jahr betrug die Zeit 45:13 Minuten und im letzten Jahr 46:45 Minuten. Da war ich selbst etwas überrascht und machte mich frohen Mutes auf zu der 5 km Laufstrecke. Marcus hatte sich inzwischen ein Polster von zwei Minuten auf mich mit dem Rad rausgefahren.

Allerdings hatte er vor dem Laufen am meisten Respekt, da das Thermometer bestimmt schon an die 34 Grad  anzeigte und er nicht trainiert hatte. Hier war nun mein Vorteil, da ich vor dem Triathlon hin und wieder joggen war und dies nun auch ausspielen konnte. Ich lief an vielen Leuten vorbei und erblickte recht schnell ein gelbes Shirt, was einen entspannten Sonntagsspaziergang abhielt. ;-) Wir klatschten kurz ab und ich rannte dann mein Tempo weiter. Allerdings war an diesem Tag keine schnelle Zeit möglich, da es einfach zu heiß war und ich an jedem Wasserstand kurz stehen blieb. Cool war auch, dass die Anwohner mit ihrem Gartenschlauch die Leute erfrischten. Die 5 km lief ich dieses Jahr im Endeffekt leider nur in 30:46 Minuten, also war ich 88 Sekunden langsamer als im Vorjahr, aber das war wie gesagt aufgrund der Temperaturen. Immerhin war ich auf der Laufstrecke fast 8.Minuten schneller als Marcus.

Am Ende hatte ich dann eine Gesamtzeit von 1:37:27 h und Platz 195 von 241 Teilnehmern. Somit gab es in diesem Jahr für mich eine extreme Leistungsexplosion und ich steigerte mich um unfassbare 5 Sekunden zum Vorjahr. Selbst die Boulevardzeitung in Ketzin und Umgebung haben kein anderes Thema mehr, als diese sportliche Meisterleistung von mir, trotz des Sahara Wetters.

Auf jeden Fall hat es wie schon im Vorjahr richtig Spaß gemacht beim Volkstriathlon, denn von der Organisation bis zum Zuschauer war alles Top und man wird permanent angefeuert, auch wenn man sich weit hinten im Starterfeld befindet. Nächstes Jahr werden wir definitiv wieder teilnehmen.

Gesamt: 1:37:27h -5 Sek.

Schwimmen: 19:08,4 min +37 Sek.

Umziehen: 2:17,8 min. -38 Sek.

Rad: 45:13,5 min. -1:31 min.

Laufen: 30:46,5 min. +1,27 min.

Bericht Marcus:

Was tue ich hier nur? Warum mache ich das? Dies ging mir durch den Kopf, als wir auf dem Weg zum 3. Ketziner Fischerman waren. Heute sollte einer der heißesten Tage werden, Zeit also um ein Eis zu essen, oder baden zu gehen, aber nein wir fuhren zum Triathlon.

Die Vorbereitung in diesem Jahr war bei mir leider mehr als bescheiden. Schwimmen wurde maximal in der Badewanne, bzw. im Pool geübt. Das Rad fahren musste flutschen, da ein neues Rennrad am Start war, daher war das heute meine Paradedisziplin. Trainiert habe ich das auch durch den täglichen Arbeitsweg mit dem Rad. Und joggen..., ja ich habe wirklich oft daran gedacht laufen zu gehen, aber diese verdammte Couchanziehungskraft hat immer wieder gewonnen.

Nun gut, jetzt hatten wir also den Salat, wie gewohnt zur früher Stunde trafen wir im schönen Ketzin ein. Wir brachten die Räder in die Wechselzone und lauschten dem Organisator bei der Einweisung. Erneut geisterte das Warum durch meinen Kopf!

Schwubs schon ging es für die Rotkappen ab in die nicht allzu erfrischende Havel, wenig später folgten wir, die Weißkappen.

Wie bereits im letzten Jahr schwamm das Feld vor mir, denn ich wollte ja alle Gegner im Blick haben. Die 600m zogen sich auch heute wie Kaugummi. Schnell verlor ich Leo und Tom aus den Augen. Leo war klar, aber Tom hatte ich nicht als starken Schwimmer eingeschätzt. Was solls dachte ich mir und schwamm mein Tempo, gut Tempo ist dafür sicherlich das falsche Wort.

Nach der 3. Boje ging es auf die Zielgerade und dort schwamm plötzlich Tom neben mir, er war also gar nicht davon gepaddelt, sondern folgte die ganze Zeit unauffällig in meiner Bugwelle.

Geschafft, aber glücklich verließen Tom und ich zeitgleich als fast Schlusslichter die Havel und machten uns auf den Weg zur Wechselzone.

Hier lag bei mir enormes Einsparpotential und so versuchte ich in diesem Jahr hier einiges an Zeit gut zu machen. Kurz hinter Tom und schon deutlich hinter Leo ging es aufs Rad. Hier fühlte ich mich wohl und fand schnell meinen Rhythmus. Bereits in Ketzin konnte ich mich im Windschatten von Tom ansaugen und vorbeiziehen.

Auf den ersten Kilometern gelang es mir nach und nach Einen nach dem Anderen zu überholen und hin und wieder konnte ich in der Ferne das neongelbe Shirt von Leo erspähen. Nach etwa der Hälfte der Strecke dann aber der Schock, Leo stand am Wegesrand und hatte einen technischen Defekt.

So übernahm ich plötzlich teaminterne Wertung und führte das Team Freilos an, für mich bis dato eine völlig ungewohnte Erfahrung.

Die 20km generell liefen sehr gut und so kam ich frohen Mutes wieder zur Wechselzone.

Nun war mir aber klar, dass die fehlende läuferische Vorbereitung sich schnell rächen würde und so war es auch. Bei etwa 36°C waren die Beine plötzlich schwer wie Blei. Ich schleppte mich Meter für Meter und die Kraft war nicht vorhanden. Sehr oft musste ich gehen und es dauerte nicht lange bis Tom wie ein geölter Blitz an mir vorbei schoss.

Ich wollte nur eines, ankommen und nicht umkippen. Jede mögliche Abkühlung nahm ich dankend an von den vielen netten Ketzinern, welche mit dem Schlauch die Läufer abkühlten.

Nach einer Ewigkeit erreichte dann auch ich endlich das Ziel und brauchte einige Minuten, um wieder normal zu funktionieren. Was für eine Tortur.

Nächstes Jahr wieder? Was für eine Frage, na klar doch!

Gesamt: 1:43:32h -38 Sek.

Schwimmen: 19:07,9 min -15 Sek.

Umziehen: 2:27,5 min. -56 Sek.

Rad: 43:13,8 min. -6:24 min.

Laufen: 38:42,3 min. +6,58 min.

Bericht Leo:

Ketzin - 9:30 Uhr - 30.06.2019 – 38°C - Zeit für Performance!

Es war wieder soweit, nachdem wir im vergangenen Jahr unsere Triathlon-Virginity verloren hatten, ging es dieses Jahr wieder an den Start. Es galt den 3. Ketziner Fischerman Triathlon zu meistern und die Zeiten aus dem Vorjahr, insbesondere die in der Wechselzone, zu schlagen.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen, es gelang! Doch kein Grund aufzuhören zu lesen, denn der Weg zur neuen Bestzeit war nicht der Geplante!

Viel zu schlecht vorbereitet, aber hochmotiviert ging es für die Elite des Team Freilos also wieder an den Start des berühmten Volkstriathlons in Ketzin. 600 Meter schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und anschließend 5 Kilometer Laufstrecke mussten bei dem zu diesem Zeitpunkt heißesten Tag des Jahres von Marcus, Thomas und mir gemeistert werden.

Kein Problem! Am Tag zuvor hatte ich mein Fahrrad aus der Werkstatt geholt, weil ich es bis dato im Jahr 2019 noch nicht benutzt hatte, in der Badewanne habe ich die technischen Feinheiten des Rückenschwimmens trainiert und Laufen… nagut im Laufen bin ich tatsächlich ganz geil.

Aber all das Training, die vergossenen Tränen und versäumten Momente mit der Familie wären wertlos gewesen, wenn ich nun nicht liefere! Wie Kontra K forderte „Das Fleisch auf meinen Knochen musste zu Beton werden!“.

Als erstes mussten wir uns dem Schwimmen stellen #KeineParadeDisziplin
Leider waren Schwimmnudeln verboten und ich war auf mich allein gestellt. Ich rannte ins Wasser und bewegt meinen Körper im rhythmischen Einklang zum nicht vorhandenen Wellengang. Long story short: Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte ich tatsächlich meine Zeit um ca. 1 Minuten und kroch nach 17:23 Minuten aus dem Wasser.

Voller Power und mit einem guten Körpergefühl ging es in die Wechselzone um mich auf mein Fahrradrarri zu schwingen. Auch hier sparte ich Zeit im Vergleich zum Vorjahr und der Wunsch nach einer neuen persönlichen Bestzeit wurde weiter mit Hoffnung genährt.

Dann ging es los auf die Radstrecke, auf den ersten Kilometern realisierte ich, dass Jan Ullrich und ich mehr gemeinsam haben, als unsere Partyeskapaden auf Mallorca. Ich trug schließlich auch das gelbe Trikot 😉 Doch dann das Drama: PUUFFFF ZISCH! Nach ca. 10 Kilometer erlitt mein gerade wiedergenesenes Fahrrad einen Hinterreifenplatzer! Das Gummi meines Mantels konnte der Sonne nicht standhalten und erhitzte sich zu sehr auf dem heißen Beton. Ein kleiner Stein reichte um durch das weiche Gummi zu dringen und nicht nur meine Bestzeitträume platzten #Wortspielkannich

Wie ging es dann weiter fragt Ihr? – Ich erzähle es euch! Ich musste erleben, wie Jede Radfahrerin und jeder Radfahrer, inklusive Marcus und Thomas an mir vorbeifuhren. Marcus und Thomas baten mir noch ihre Hilfe an, aber diesen Kampf musste ich alleine ausfechten. Ich war Letzter. Doch dann tat sich eine Option auf, ich konnte mein Fahrrad an einen Streckenordner abgeben und ich beschloss den Triathlon zu Fuß zu beenden. Quitters never win and Winners never quit! Aufgeben war keine Option!

Ich joggte bei 38°C die Landstraßen entlang hinter mir fuhr der offizielle Krankenwagen und versorgte mich mit Wasser. Die Sonne brannte auf meinem Kopf, aber ich wollte das durchziehen. Da ich zu Fuß überraschenderweise nicht so schnell war, wie die Radfahrer wurden die Landstraßen schon wieder für den normalen Verkehr freigegeben, während ich noch auf der Strecke war. Hinter dem Krankenwagen fing es an sich zu stauen. Als der Stau zu lang wurde, brach ein Sanitäter meinen Heldenmut. „Ditt können wa jetzte nicht mehr weitermachen, komm ma rinn“. Ich durfte nicht mehr weiterlaufen… ich stieg also gesenkten Hauptes in den Krankenwagen und wurde die restliche Strecke gefahren. Das war gleichbedeutend mit meiner Disqualifizierung. Nah am Ziel, wurde ich wieder freigelassen.



Um meine Teamkollegen im Ziel begrüßen zu können, joggte ich dorthin, damit ich sie nicht verpassen würde. Wie sich hinterher herausstellte, wurde ich für einen regulären Triathleten gehalten und bekam eine Urkunde und landete auf dem 6. Platz meiner Altersklasse – mit neuer Bestzeit.

Aber Geschenke derart nehme ich nicht an! Das wäre nicht Fisherman-like. Nächstes Jahr sehen wir uns wieder, mein lieber Volkstriathlon!

Ergebnis Leo: 

Gesamt: keine Wertung - Transponder bei 1:20:54h über die Ziellinie gebracht

Schwimmen: 17:25,1 min -58 Sek.

Umziehen: 2:58,3 min. -26 Sek.

  

Bericht Paul, jedoch nicht von Paul verfasst, sondern vermutete Gefühlslage zum Zeitpunkt des Wettbewerbes:

09:30 Uhr "Hmm, war es richtig nicht teilzunehmen? Meine Jungs springen gerade in die kühle Havel und ich sitze neben Hannah im Auto und wir stehen bereits bei Michendorf im Stau, so ein Bad wäre jetzt voll toll"

10:00 Uhr "Jetzt den Gegenwind auf dem Rad spüren, während ich einen Konkurrenten nach dem Anderen überhole, man das wäre es doch. Stattdessen weht mir die ungekühlte Luft aus dem Autogebläse entgegen und überholt haben wir auch schon lange keinen mehr. Das Schild Michendorf kommt noch immer nicht näher.

10:45 Uhr "Nun ungefähr gehen die Jungs auf die 5km Strecke, dem Ziel sehr nah und noch immer top motiviert! Und hier ballert die Sonne gnadenlos auf die Blechlawine, wo? Natürlich bei Michendorf."

15:00 Uhr "Man, alle 3 sind daheim und wieder glücklich, dass es geschafft wurde. Dies konnte ich gerade mit dem bisschen Netz was mir hier zur Verfügung steht lesen. Unseren Urlaub in Stuttgart haben wir auch gerade abgesagt, wir bleiben jetzt doch in Michendorf, soll ja auch schön sein und ist gar nicht so weit weg von Ketzin!"